Was Glaubenssätze mit Stress zu tun haben

Gastbeitrag von @Entspanntunderfolgreich

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Stress ist in unserer Gesellschaft omnipräsent. Stress macht vor niemanden halt, egal wie jung oder alt, welche Nationalität oder kulturelle Herkunft wir haben, wir alle kennen das Gefühl gestresst zu sein. Und das ist auch an sich nichts Schlechtes. Stress kann uns zu Höchstleistung anspornen.

Aber was leider auch oft der Fall ist, wenn wir uns gestresst fühlen, suchen wir die Schuld gern woanders. Es ist die Arbeit, der volle Terminkalender, Streitigkeiten in der Familie… Aber Stress ist nicht nur ein von Außen kommendes Übel, denn Stress beruht auf persönlicher Wahrnehmung und Interpretation. Wir alle tragen unsere eigene Brille und legen über Situationen und Erfahrungen unsere ganz individuellen Filter. Daher nicht verwunderlich, dass nicht nur Faktoren im Außen sondern auch unsere eigenen Gedanken, unsere persönlichen Glaubenssätze und unsere Haltung Stress auslösen oder verstärken können.

Nach dem Ampelmodell von Gerd Kaluza, wirken unsere Glaubenssätze als Stressverstärker und sind eine der häufigsten Gründe dafür, dass wir nicht den Ausstieg aus der Stressspirale schaffen. Demnach ist es essentiell sich mit seinen Glaubenssätzen auseinanderzusetzen, um Stress langfristig erfolgreich und ganzheitlich zu bewältigen und auch vorzubeugen.

Aber was sind Glaubenssätze eigentlich und woher kommen sie?

Glaubenssätze sind tief verankerte innere Überzeugungen als Individuum und über die Welt um uns herum, die meist ihren Ursprung in der Kindheit haben.

Von Geburt an finden wir uns in Familien wieder, die unterschiedliche Werte vorleben, werden von kulturellen Prägungen beeinflusst, kommen in der Kita oder im Kindergarten zum ersten Mal mit Organisationen in Kontakt, die wiederum ihre Werte, Vorstellungen und Strukturen haben. Im Laufe des Lebens sind wir mit den Meinungen, Haltungen und Werten von Lehrer:innen, Freund:innen, Kolleg:innen, der Gesellschaft, Kultur, Medien, Politik und vom Glauben konfrontiert, die alle auf uns einwirken. Nicht zu vergessen unsere eigenen Erfahrungen, die wir regelmäßig sammeln. Vieles davon bewerten wir als normal, ohne es zu hinterfragen. So nehmen wir tagtäglich Meinungen auf und machen Erfahrungen, aus denen sich Glaubenssätze entwickeln können.

Und so trägt jeder ein ganzes Konstrukt an Glaubenssätzen in sich. Sie sind unser Autopilot, beeinflussen unser Verhalten und wie wir bspw. Entscheidungen treffen. Sie können uns stärken aber auch limitieren. Und genau die limitierenden Glaubenssätze zu erkennen und zu hinterfragen ist für einen bewussten Umgang mit Stress sinnvoll.

Hier ein paar Beispiele für stärkende Glaubenssätze
  • Ich bin liebenswert.
  • Ich kann alles erreichen.
  • Ich bin gut so, wie ich bin.
  • Ich darf Fehler machen.
  • Ich bin mutig.
  • Das Leben fließt leicht.
Und limitierende Glaubenssätze
  • Ich bin nicht gut genug.
  • Wenn ich um Hilfe bitte, ist das ein Zeichen von Schwäche.
  • Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
  • Das schaffe ich sowieso nicht.
  • Das Leben ist kein Ponyhof.

Ist dir etwas aufgefallen beim Durchlesen dieser Glaubenssätze? Welches Gefühl steigt in dir auf, wenn du die stärkenden und wenn du die limitierenden Glaubenssätze anschaust?

Kannst du erkennen, warum Glaubenssätze Stress verstärken können?

Hier mal ein konkretes Beispiel: Deine Führungskraft sucht mit dir das Gespräch, da es ein neues Projekt gibt, in dem er dich gern mit einsetzen würde, weil du wichtige Kompetenzen für dieses Projekt mitbringst. Zeitlich bist du aktuell allerdings schon in anderen Projekten eingespannt, dass dein Kalender schon jetzt prall gefüllt ist.

Person A wurde von klein auf ermutigt, dass sie alles erreichen kann, was sie sich vornimmt und hat auch bereits in vielen Situationen die Erfahrung gemacht, dass sie mit ausreichend Organisation und Fokus Situationen mit erhöhtem Workload gewachsen ist. Zudem weiß sie, dass sie andernfalls auch einfach ihre Kollegen um Hilfe bitten kann.

Person B hat in ihrer Kindheit immer wieder die Erfahrung gemacht, dass sie von ihrem Vater zurückgewiesen wurde, denn in seinen Augen war sie nicht gut genug bzgl. der schulischen Leistungen und es würde aus ihr eh nichts werden. Durch diesen Einfluss des Vaters, hatte Person B wenig Selbstvertrauen. Als sie von dem neuen Projekt erfuhr, war ihr erster Gedanke: das werde ich niemals schaffen, dafür bin ich nicht gut genug. Da es ihr aber unangenehm ist, das Projekt abzulehnen, nimmt sie es dennoch an. Und so findet sie sich in einem Teufelskreis wieder. Durch die neuen Anforderungen und den gepaarten Unsicherheiten, werden Versagensängste ausgelöst. Diese verstärken ihr Stressempfinden erheblich. Sie fühlt sich schon nach kurzer Zeit erschöpft und auch die Qualität ihrer Arbeit leidet, da sie viele Fehler macht. Das verstärkt ihr Gefühl von Überforderung. Durch den tief verankerten Glaubenssatz „Ich bin nicht gut genug“ schafft sie es nicht aus dieser Situation wieder heraus.

Spätestens mit diesem Beispiel ist es ersichtlich, wieso es wichtig ist sich mit seinen tiefsten Überzeugungen auseinanderzusetzen und langfristig limitierende durch stärkende Glaubenssätze zu ersetzen.

Der erste Schritt dafür ist dir deiner Glaubenssätze erst einmal bewusst zu werden. Eine Möglichkeit dazu, ist einmal alles ungefiltert aufzuschreiben, was du über dich und die Welt glaubst. Danach kennzeichne die Überzeugungen, die dich stärken und die, die dich einschränken.

Nun richte den Fokus auf die limitierenden, suche dir ein oder zwei Überzeugungen heraus und beantworte die folgenden Fragen.

Mein Glaubenssatz
  • Woher kommt dieser Satz? Von wem kenne ich diese Überzeugung?
  • Wozu hat er bisher gedient bzw. wozu war er gut? Wovor hat er mich vielleicht auch geschützt?
  • Ist dieser Satz heute noch nützlich/hilfreich?
  • Woran hindert mich dieser Glaubenssatz?
  • Wie würdest du sein/dich verhalten, wenn du diese Überzeugung nicht hättest?
  • Wie kannst du diesen limitierenden in einen stärkenden Glaubenssatz transformieren? Wie würde ein förderlicher Gedanke lauten?


Hast du diese Fragen beantwortet, versuche deinen neuen Glaubenssatz zu leben, ihn präsent zu haben und mit ihm neue Erfahrungen zu machen. Doch sei geduldig mit dir und akzeptiere, dass eine Transformation nicht nur Höhen mit sich bringt.

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