Neurotische Depressionen erkennen und mit ihnen leben

Die traurigen Phasen häufen sich und das Lachen ist zwar vorhanden, aber doch wird es nicht so gefühlt. Im Gegenteil, es besteht ein Gefühl der inneren Leere und vielleicht fühlst du dich auch wertlos? Jeder Mensch macht diese Phasen im Leben durch. Sollten sie jedoch gehäuft vorkommen, kann sich dahinter möglicherweise auch eine Subdepressivität verstecken. Welche Symptome die Dysthymie mit sich bringt und wo du Hilfe findest, erfährst du hier. Wenn du möchtest, kannst du dir auch die Helpcity App downloaden und dich mit Gleichgesinnten austauschen oder einen unserer Mentor:innen kontaktieren. Bleibe mit deinen dunklen Gedanken nicht allein und mache dir bewusst – sich Hilfe zu suchen ist der erste Schritt in Richtung Besserung.

Neurotische Depression Definition

Die neurotische Depression ist heute auch unter Dysthymie oder Subdepressivität bekannt. Selbst wenn Ärzte und Therapeuten mittlerweile andere Fachbegriffe verwenden, ist das gleiche gemeint. Den Namen „neurotische Depression“ erhielt dieses Krankheitsbild, da es sich um eine psychische und nicht organische Erkrankung handelt. Vielmehr handelt es sich um eine depressive Verstimmung, die häufig eine Vorstufe zur Depression ist. Die Symptome halten lange an und erschweren das Leben. Häufig kannst du dies an langanhaltenden Stimmungstiefs feststellen, deren Schweregrad noch nicht denen einer Depression gleicht. Der Unterschied zur typischen Depression liegt in der Schwermütigkeit der Gefühle. Der Leidensdruck ist zwar ebenfalls so groß für dich, wie es wohl bei einer richtigen Depression wäre, allerdings fallen die Symptome nicht ganz so intensiv aus.

Neurotische Depression Symptome

Die Symptome der neurotischen Depression entsprechen nahezu den Depressions-Symptomen. Allerdings sind diese etwas weniger ausgeprägt. Dazu zählen:

  • Hoffnungslosigkeit
  • Melancholie
  • Tendenz zum Weinen
  • pessimistischer Blick in die Zukunft
  • Interessenverlust
  • sozialer Rückzug
  • Isolation
  • geringere Gesprächigkeit
  • Schwierigkeiten mit Alltagsaufgaben
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • verminderter Antrieb
  • Schlafstörungen
  • wenig bis gar kein Selbstvertrauen
  • Abwertung der eigenen Person
  • vermehrter Alkoholkonsum
  • Nutzung von Betäubungsmitteln


Dies sind alles Symptome, die auch ohne eine Dysthymie auftauchen können. Allerdings solltest du dir Hilfe suchen, wenn du feststellst, dass diese Symptome über längere Zeit anhalten und du das Gefühl hast aus deinem Tief nicht allein herauszukommen. Dann können dir beispielsweise die Mentoren:innen der Helpcity App helfen.

Neurotische Depression Ursachen

Bisher gibt es keine bekannten biologischen Ursachen für eine Dysthymie, die auf alle Betroffenen gleichermaßen zutrifft. Dies liegt mitunter an den vielen verschiedenen Symptomen der Erkrankung. Jedoch gibt es Hinweise, dass einige Menschen ein größeres Risiko haben an der neurotischen Depression zu erkranken als andere. Dies ist der Fall, wenn die Eltern oder Großeltern bereits an depressiven Verstimmungen leiden oder daran erkrankt sind. Je mehr Fälle in der Herkunftsfamilie bekannt sind, desto höher könnte das Risiko sein, selbst zu erkranken. Es gibt noch weitere Faktoren, die eine Dysthymie auslösen können. Dazu zählen Stress, Mobbing, ein Mangel an Freundschaften und soziale Isolation. Die soziale Isolation kann sowohl auf fehlende Bekanntschaften wie auch einem Mangel an finanziellen Mitteln beruhen.

Vorbeugung gegen Dysthymie

Dysthymie kann in allen Altersklassen erstmalig auftreten. Allerdings lassen sich bei vielen Betroffenen bereits in der Kindheit Merkmale finden, die auf ein erhöhtes Risiko hinweisen. Werden die Symptome rechtzeitig erkannt und eine Hilfestellung oder Therapie erfolgt bereits in jungen Jahren, kann der Krankheit vorgebeugt werden. Im Idealfall erlernen betroffene Kinder, wie sie mit Stress und Problemen umgehen können. Ebenfalls kann die Belastbarkeit erhöht und das Selbstbewusstsein gestärkt werden. Ein gutes soziales Netzwerk kann diese Kinder und späteren Erwachsenen ebenfalls auffangen und unterstützen. Bestehen Freundschaften bereits aus der Kindheit, kennen sich viele Menschen untereinander besser und erkennen Verhaltensänderungen des Gegenübers schneller. Erfolgt hier eine angemessene Hilfestellung in Form von Gesprächen oder Ablenkung, kann dies eine depressive Verstimmung lindern und manchmal sogar verhindern.

Neurotische Depression Behandlung

Häufig werden therapeutische Behandlungen nicht aufgesucht, um Dysthymie zu behandeln, sondern viel mehr den Stresspegel zu lindern oder zu lernen besser mit Stress umzugehen. Manche Menschen holen sich auch Hilfe, da sie persönliche, situationsbedingte Schwierigkeiten haben. Beides könnte an den chronischen Ursachen der Erkrankung liegen. Die melancholische, depressive und zu Traurigkeit neigende Persönlichkeit wird dabei häufig als natürliches Charaktermerkmal gesehen. Daher wird Dysthymie häufig erstmalig in einem klinischen Interview diagnostiziert. In diesem Gespräch wird dann die weitere Behandlung besprochen. Sollte die gewählte Therapie nicht den gewünschten Erfolg erbringen, kann diese geändert werden. Dabei wirken sich unterschiedliche Therapien auf jeden Betroffenen anders aus. Bei einigen Menschen hilft eine Gesprächstherapie, bei anderen hat beispielsweise eine Musiktherapie mehr Erfolg. Wieder anderen Menschen helfen eher Medikamente wie Antidepressiva. Solltest du eine Behandlung mit Antidepressiva ausschließen, kann dich dein Therapeut oder Arzt zur Einnahme nicht verpflichten. Allerdings solltest du bei mangelndem Erfolg der gewählten Therapie den Einsatz von Antidepressiva nicht ganz ablehnen. Manchmal sind die verschriebenen Medikamente die besseren Helfer im Alltag. Weitere Therapien können sein:

  • Analytische Psychotherapie
  • Gesprächspsychotherapie
  • Gestalttherapie
  • Medikamente oder Antidepressiva
  • Musiktherapie
  • Paartherapie
  • psychiatrische Therapie
  • Psychoanalyse
  • Systemische Psychotherapie
  • Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
  • Verhaltenstherapie

Schnelle Hilfen bei einer neurotischen Depression

Solltest du das Gefühl haben jemand in deinem Umfeld könnte betroffen sein oder du selbst, zögere nicht Hilfe zu holen. Diese kann wie folgt aussehen:

  • Erstgespräch bei einem Hausarzt
  • Nutzung der Hilfecity App bei neurotischer Depression
  • Gespräch mit engen Freunden
  • Anruf bei der Telefonseelsorge
  • Vereinbarung eines therapeutischen Termins
  • Aktion statt Stillstand
  • Sport gegen das Gedankenchaos
  • Gedanken aufschreiben und versuchen auszublenden

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