Hand aufs Herz: Wann hast du zuletzt deine Oma angerufen? Oft haben junge Menschen zwischen all den Alltagstrubel, dem Stress und Leistungsdruck nicht auf dem Schirm, wie häufig sich gerade ältere Menschen allein fühlen. Häufig sprechen ältere Menschen nicht darüber. Ein Grund kann sein, dass sie niemanden belasten wollen. Dabei sollte gerade die Folgen anhaltender Einsamkeit nicht unterschätzt werden. 

Dennoch wird in Deutschland mehr Wert auf das körperliche als auf das seelische Wohl gelegt. Dabei hängt das eine häufig mit dem anderen zusammen: Meist sind es körperliche Einschränkungen, die dafür sorgen, dass Senioren nicht mehr am Sozialleben teilnehmen. Schwerhörigkeit, Gelenkschmerzen, Schwindelanfälle schränken ältere Menschen häufig ein. Hinzu kommt, dass ab einem gewissen Alter auch Todesfälle im Freundeskreis dazu führen, dass das Umfeld Stück für Stück immer kleiner wird. Diese Veränderungen lösen Gefühle wie Angst, Verzweiflung und Sinnlosigkeit aus. Denn durch die steigende Vereinsamung werden menschliche Bedürfnisse nicht mehr ausreichend befriedigt. 

Und doch finden sich die meisten einsamen Menschen damit ab und nehmen das Alleinsein als gegeben hin. Das ist gefährlich, denn mögliche Folgen können Depression, Antriebslosigkeit und Kontaktarmut sein. Nicht wenige Senioren verlieren auf Dauer all ihre Freude am Leben.

Praxistipps gegen Einsamkeit im Alter

Es gibt kein allgemeingültiges Rezept, um die eigene Lebensfreude zurückzugewinnen und die Einsamkeit zu überwinden – jeder muss seinen ganz persönlichen Weg finden. Doch es gibt Fragen, die du dir selbst oder Angehörigen stellen kannst, um Einsamkeit vorzubeugen oder entgegenzutreten: 

Was hat dir in der Vergangenheit besonders viel Spaß gemacht? Das können z.B. Hobbys, wie Tanzen oder Schwimmen, kreative Handarbeiten, wie Nähen oder Töpfern, aber auch die Spielenachmittage mit den Nachbarn sein. 

Was wolltest du schon immer einmal ausprobieren? Vielleicht eine neue Sportart wie Yoga? Oder ein Kochkurs der indischen Küche? 

Nun geht es an die Umsetzung: Sobald du eine Liste mit Tätigkeiten erstellt hast, können passende Angebote im Umkreis geprüft werden: Gibt es in der Tanzschule um die Ecke (Senioren-) Tanzkurse? Wo findet der nächste Töpferkurs statt? Werden im Gemeindezentrum Spielenachmittage angeboten? Aufgrund der aktuellen Corona-Situation ist vieles davon leider nicht möglich, doch schon alleine die Planung der nächsten Schritte kann helfen, das Gefühl der Einsamkeit zu überwinden und sich auf die Zukunft zu freuen. 

Mut zum Netzwerken aufbringen

Und wer direkt etwas unternehmen möchte oder sich nicht traut, Kontakt in seinem realen Umfeld zu suchen, kann auch erst einmal in der virtuellen Welt damit anfangen. Angebote wie feierabend.de oder auch die neue Helpcity-App (www.helpcity.de) bringt Gleichgesinnte zusammen. So vernetzt, hat Einsamkeit im Alter keine Chance – egal ob Corona-Kontaktbeschränkung oder nicht.

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